Logo Martin Kleine - Business Coach für Gründer mit ADHS

Mehrere Projekte gleichzeitig sind kein Chaos. Bei mir sind sie System.

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Im November 2024 habe ich das Gewerbe angemeldet. Business Coach.

Ich war frisch aus dem Konzern raus, hatte mich erholt, und hatte am Küchentisch mit meiner Frau eine Idee geschärft: Offiziell machen, was ich eh schon immer getan hatte. Leuten beim Gründen helfen.

Ich habe den Businessplan geschrieben. Die IHK hat eine fachkundige Stellungnahme abgegeben, ihr Urteil: ein richtig guter Plan. Die Arbeitsagentur hat den Gründerzuschuss bewilligt. Gewerbeanmeldung, fertig.

Wie ich überhaupt Coach wurde, habe ich hier erzählt.

Das war der Start. Was danach kam, hat mein Coaching erst richtig fokussiert.

Knapp ein Jahr später: die Diagnose

Ich war schon Coach, als ich die ADHS-Diagnose bekommen habe. Knapp ein Jahr nach der Gewerbeanmeldung.

Wir waren in der Erding-Therme. Ich habe ein Buch über ADHS gelesen, das wir wegen der Diagnose meiner Nichte gekauft hatten. Und Seite für Seite passte es auf mich.

Die Schwierigkeit, langweilige Dinge anzufangen. Die Unfähigkeit, Projekte fertigzustellen, wenn der Reiz weg ist. Die ständige Suche nach dem nächsten interessanten Ding. Und gleichzeitig: die Fähigkeit, bei den richtigen Sachen komplett im Flow zu sein, stundenlang, ohne Pause.

Ich kannte das alles. Ich hatte es nur nie zusammengesehen.

Ich habe einen Test gemacht. Drei Sitzungen, lange Fragebögen, Grundschulzeugnisse. Das Ergebnis war eindeutig. Ich habe ADHS.

Die Diagnose hat nichts verändert. Aber sie hat alles erklärt.

Was die Diagnose erklärt hat

Keine große Erleuchtung, kein Kinomoment. Eher eine Erklärung im Rückspiegel.

Am Anfang bei AIT hatte ich viele Projekte parallel. Kleine Consulting-Firma, 20 Leute, viel Autonomie, schnelle Entscheidungen. Ich hatte oft mehrere kleine Projekte gleichzeitig. Ich liebte das. Andere Kollegen hassten es. Ich wusste nicht, warum es mir so gut tat.

Dann kam Siemens. Die Firma wurde größer, die Projekte wurden größer. Irgendwann hatte ich nur noch 1-2 sehr große internationale Projekte. Große Strukturen, stundenlang Excel-Tabellen füllen, die niemand liest. Das funktionierte für mich nicht mehr. Die Hölle.

Die Diagnose erklärte rückwirkend: Warum viele kleine Projekte mich aufblühen lassen. Und warum wenige große mich kaputt machen.

Mein Gehirn braucht mehrere Projekte gleichzeitig. Im Konzern gab es die irgendwann nicht mehr.

Das war der Schlüssel. Nicht nur für mich persönlich. Auch für mein Coaching.

Die Spezialisierung

Nach der Diagnose habe ich mich spezialisiert. Auf Gründer mit ADHS.

Es war eigentlich logisch. Wenn es bei mir so ist, wie viele andere gibt es da draußen, die genau das gleiche durchmachen?

Die gründen wollen. Die eine Idee haben. Die aber feststecken, weil sie nicht verstehen, warum bei ihnen alles anders läuft als bei anderen?

Ich habe angefangen zu recherchieren. In meinem eigenen Markt. Und festgestellt: Es gibt eigentlich niemanden, der sich darauf spezialisiert.

Dabei gibt es so viele Menschen mit ADHS, die sich selbstständig machen. Die gründen müssen, weil sie im Angestelltendasein nicht funktionieren.

Das war die Marktlücke. Und ich stand mittendrin.

Was beim Gründen mit ADHS wirklich hilft, habe ich inzwischen in einem eigenen Guide aufgeschrieben.

Die Konsequenz: Ich baue mir wieder einen Rahmen für viele Projekte

Nach der Diagnose habe ich die Konsequenz gezogen.

Nicht: Versuchen, mein Gehirn zu ändern. Sondern: Mir WIEDER einen Rahmen bauen, in dem mein Gehirn funktioniert.

Mein ADHS-Gehirn braucht mehrere Bälle in der Luft. Wenn ich nur ein Projekt habe, komme ich irgendwann an den Punkt, an dem der Reiz weg ist. Dann wird es zäh. Dann fühlt sich alles an wie durch Sirup waten.

Aber wenn ich mehrere Projekte habe, kann ich switchen. Zwischen Coaching, Code, Strategie, Planung. Ich muss mich nicht durch langweilige Phasen quälen, ich kann zu etwas anderem wechseln, das gerade interessant ist.

Am Anfang meiner Karriere habe ich das gelebt, ohne zu wissen warum. Im Konzern ging das nicht mehr, und ich dachte, ich bin halt nicht fokussiert genug.

Heute weiß ich: Das ist kein Bug. Das ist ein Feature.

Also habe ich mir bewusst WIEDER einen Rahmen dafür gebaut.

Was seit der Diagnose passiert ist

Von März bis Mai 2026 war ich mit Edyta, einer engen Freundin, bei der Startup School der Founders Foundation in Bielefeld. Zehn Wochen Programm. Abgeschlossen.

Daraus sind zwei App-Ideen entstanden: Eine Yoga-App mit Edyta, die Yoga-Lehrerin und Ausbilderin ist. Eine Epilepsie-App mit Hanna, die ich dort kennengelernt habe. Beides noch Idee, Umsetzung wird gerade geplant.

Parallel laufen die zwei Software-Projekte mit Oliver: PriceParser und WawiCreatorSuite. Ich war anfangs bezahlter Programmierer, seit etwa zwei Jahren bin ich Partner. Beide Projekte laufen.

Und Flowtando läuft die ganze Zeit nebenbei. Die Tanz-, Yoga- und Coachingschule in Bielefeld, die ich mit meiner Frau aufgebaut habe. Die läuft seit Jahren.

Von außen gesehen: Chaos.

Für mich: System.

Der Hebel: KI

Viele Projekte parallel haben übrigens auch früher schon für mich funktioniert, als Projektleiter. Aber da hatte ich mehrere Teams, die ich gesteuert habe.

Heute habe ich wieder mehrere Projekte, nur steuere ich keine Teams mehr, sondern die KI. Deutlich günstiger.

Mit KI als Werkzeug kann ich mir mehrere Projekte gleichzeitig leisten.

Ich kann schnell Strukturen bauen, die früher Tage gedauert hätten. Ich kann Texte schreiben, Konzepte entwickeln, Code schreiben, ohne dass der Admin-Overhead mich auffrisst.

Ich kann zwischen Projekten wechseln, ohne jedes Mal wieder von vorn anzufangen. KI hilft mir, den Kontext zu halten.

Und ich kann Sachen umsetzen, die früher an Kleinigkeiten gescheitert wären. Weil die langweiligen Teile (die Teile, bei denen mein Gehirn abschaltet) jetzt schneller gehen.

KI ist nicht der Grund, warum ich mehrere Projekte brauche. Aber KI ist der Grund, warum ich sie mir leisten kann.

Viele Projekte waren nie mein Problem

Am Anfang meiner Karriere habe ich mehrere Projekte geliebt. Ich wusste nur nicht, warum.

Im Konzern ging das verloren. Ich dachte, ich muss fokussierter werden.

Heute sind sie mein Geschäftsmodell.

Ich coache Gründer mit ADHS. Ich entwickle Software mit Oliver. Ich plane zwei Apps. Und nebenbei läuft Flowtando, das ich mit meiner Frau aufgebaut habe.

Viele Projekte waren nie mein Problem. Sie waren immer mein Modus. Heute habe ich ihn mir zurückgeholt.

Was das für andere Gründer bedeutet

Ich coache heute Menschen, die genau da feststecken.

Die denken, sie müssen sich auf eine Sache fokussieren. Die sich selbst die Schuld geben, weil sie nicht “normal” funktionieren. Die versuchen, ihr Gehirn in eine Form zu pressen, für die es nicht gemacht ist.

Und ich sage ihnen: Du bist nicht das Problem.

Vielleicht brauchst du nicht mehr Fokus. Vielleicht brauchst du einen Rahmen, in dem dein Gehirn das tun kann, wofür es gut ist.

Vielleicht sind mehrere Projekte bei dir kein Chaos. Vielleicht sind sie dein System.

Der Rahmen, den mein Gehirn braucht

Rückblickend war mein ganzer Werdegang ein Versuch, einen Rahmen zu finden, in dem mein Gehirn funktioniert.

Das Studienprojekt, das es bis zur Gamescom geschafft hat. Die eigenen Firmen. Die vielen kleinen Projekte bei AIT, die ich liebte. Der Zusammenbruch bei Siemens. Der Neustart als Coach. Die parallelen Software-Projekte. Die Startup School. Die App-Ideen.

Von außen sieht das nach Chaos aus. Aber es ist kein Chaos.

Es ist ein ADHS-Gehirn, das wieder so arbeiten darf, wie es am besten funktioniert.

Viele Projekte waren nie mein Problem. Sie waren immer mein Modus. Heute sind sie mein Geschäftsmodell.

Und mit KI als Hebel funktioniert es.

Falls du gerade feststeckst. Falls du denkst, du bist das Problem. Falls du nicht verstehst, warum bei dir alles anders läuft als bei anderen.

Dann lass uns reden.

Hier kannst du mich kostenlos kennenlernen.